Zugspitz Extremberglauf 2008

Der Zugspitz-Extremberglauf 2008 fand am 13. Juli 2008 in Grainau statt und galt als einer der anspruchsvollsten Bergläufe Europas.

Mehr als 700 Läuferinnen und Läufer aus über 20 Nationen stellten sich der extremen Herausforderung: 17,9 Kilometer Strecke und über 2.000 Höhenmeter vom Start in Grainau bis hinauf zum Gipfel der Zugspitze.

Bereits am frühen Morgen herrschten außergewöhnlich schwierige Wetterbedingungen. Im oberen Streckenabschnitt lagen die Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, begleitet von Nebel, Regen, starkem Wind und Schneefeldern. Viele Teilnehmer kämpften daher nicht nur gegen die enorme Steigung, sondern auch gegen die widrigen alpinen Verhältnisse.

In Erinnerung blieb der Lauf jedoch vor allem wegen eines tragischen Ereignisses.

Zwei Teilnehmer – der 45-jährige Norweger Tore Nymark und der 41-jährige Deutsche Klaus Jäger – starben im Gipfelbereich an Unterkühlung und Erschöpfung. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte ihnen nicht mehr geholfen werden.

Die sportlichen Ergebnisse traten dadurch verständlicherweise in den Hintergrund. Sieger wurde der Tiroler Markus Stock mit einer Zeit von 2:14:03 Stunden, gefolgt vom Deutschen Matthias Dippacher und dem Italiener Marco De Gasperi.

Im Anschluss leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Veranstalter, die Plan B Event Company, ein. Der Vorwurf lautete auf fahrlässige Tötung.

Besonders kritisch wurde hinterfragt, warum der Lauf trotz der offensichtlich riskanten Wetterlage weder abgesagt noch vorzeitig abgebrochen wurde. Zahlreiche Sportler berichteten später, sie hätten die dramatischen Bedingungen unterschätzt und sich auf die Einschätzung der Organisatoren verlassen.

Eine häufig erzählte Anekdote aus dem letzten Streckenabschnitt zeigt jedoch auch eine andere Seite dieses Tages: Läufer halfen sich gegenseitig, stützten einander im eisigen Wind oder teilten Jacken, um sich vor der Kälte zu schützen – ein eindrucksvolles Beispiel für Sportsgeist und Solidarität in Extremsituationen.

Ein Kommentar zu „Zugspitz Extremberglauf 2008

  1. TomRunTomRun Beitragsautor

    Wikipedia:
    2008 geriet der Lauf in die Schlagzeilen, als bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts zwei Läufer kurz vor dem Ziel starben und sechs weitere zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Insgesamt waren bei der Rettungsaktion 80 Helfer der Bergwacht, des Bayerischen Roten Kreuzes und der alpinen Einsatzgruppe der Polizei Bayern im Einsatz. Die Obduktion stellte als Todesursache für einen der Läufer Unterkühlung fest, während beim anderen nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob er an Unterkühlung oder einem Herz-Kreislauf-Kollaps gestorben war. Die Staatsanwaltschaft München II leitete daraufhin ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen den Veranstalter ein und beantragte im November 2008 beim Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen einen Strafbefehl, in dem eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen gefordert wurde. Im Juli 2009 folgte das Amtsgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Nach dem Einspruch des Beschuldigten wurde der Fall im November vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verhandelt, das ihn am 1. Dezember 2009 freisprach. In seiner Begründung verwies das Gericht darauf, dass sich jene Läufer, die die Warnungen des Veranstalters missachtet hatten, „eigenverantwortlich selbst gefährdet“ hätten.

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