- Ausgabe: 28
- Jahr: 2001
- Disziplin: Marathon
- Distanz: 42,195
- Land: Deutschland
- Stadt: Berlin
- Besitzer: Wilfried Köhnke
- Event URL: https://www.bmw-berlin-marathon.com/
Der 28. Berlin-Marathon fand am 30. September 2001 bei idealem Herbstwetter statt und setzte neue Maßstäbe im internationalen Laufsport. Mit rund 25.800 Finishern und Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus über 100 Nationen unterstrich Berlin eindrucksvoll seine Stellung als eine der bedeutendsten Marathonmetropolen der Welt. Die Veranstaltung entwickelte sich immer stärker zum globalen Saisonhöhepunkt für Spitzenläufer und Breitensportler gleichermaßen.
Die Marathonstrecke über 42,195 Kilometer führte erneut durch das Herz der Hauptstadt und galt schon damals als einer der schnellsten Kurse weltweit. Vom Bereich rund um den Tiergarten verlief der Rundkurs vorbei an zahlreichen Berliner Wahrzeichen und bot den Athletinnen und Athleten ideale Bedingungen für schnelle Zeiten. Hunderttausende Zuschauer säumten die Strecke, sorgten mit Musik, Transparenten und lautstarker Unterstützung für eine außergewöhnliche Atmosphäre und verwandelten Berlin in ein riesiges Laufestival.
Das große sportliche Highlight des Tages schrieb Naoko Takahashi aus Japan. Die Olympiasiegerin triumphierte im Frauenrennen in sensationellen 2:19:46 Stunden und schrieb damit Marathongeschichte. Erstmals blieb eine Frau offiziell unter der Marke von 2:20 Stunden, zugleich bedeutete die Leistung einen neuen Weltrekord. Takahashi lief ein mutiges Rennen und setzte sich früh entscheidend von der Konkurrenz ab. Ihr Triumph machte den Berlin-Marathon 2001 weltweit berühmt und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Momente des Frauenmarathons.
Auch das Männerfeld bot eine außergewöhnliche Geschichte. Joseph Ngolepus aus Kenia, ursprünglich als Tempomacher vorgesehen, entschied sich während des Rennens weiterzulaufen und sorgte damit für eine der größten Überraschungen der Berliner Marathonhistorie. Mit 2:08:47 Stunden gewann er sensationell vor seinen Landsleuten Willy Cheruiyot Kipkirui und William Kiplagat. Damit wiederholte sich in Berlin innerhalb kurzer Zeit das seltene Phänomen eines siegreichen Pacemakers.
Ergebnisse Marathon Männer (42,195 km)
1. Joseph Ngolepus (Kenia) – 2:08:47 Std.
2. Willy Cheruiyot Kipkirui (Kenia) – 2:09:08 Std.
3. William Kiplagat (Kenia) – 2:09:55 Std.
Ergebnisse Marathon Frauen (42,195 km)
1. Naoko Takahashi (Japan) – 2:19:46 Std. – Weltrekord
2. Tegla Loroupe (Kenia) – 2:28:03 Std.
3. Kathrin Weßel (Deutschland) – 2:28:27 Std.
Neben dem Marathon gehörten traditionell auch die Rollstuhlrennen über 42,195 Kilometer zum Programm des Berlin-Marathons und unterstrichen die Vielfalt und internationale Bedeutung der Veranstaltung.
Im Zielbereich auf der Straße des 17. Juni herrschte ausgelassene Stimmung. Jubel, Musik und emotionale Szenen prägten das Bild, als sich Läuferinnen und Läufer aus aller Welt nach ihrem Rennen in die Arme fielen. Der Berlin-Marathon 2001 blieb besonders wegen seiner historischen Frauenleistung und der spektakulären Siegergeschichte im Männerfeld dauerhaft in Erinnerung.
Zusätzliche interessante Fakten zum Berlin-Marathon 2001:
- Historische Schallmauer: Naoko Takahashi war die erste Frau der Welt unter 2:20 Stunden im offiziellen Marathonwettkampf.
- Zweiter Pacemaker Sieg in Folge: Nach Simon Biwott im Jahr 2000 gewann mit Joseph Ngolepus erneut ein ursprünglich als Tempomacher eingesetzter Läufer den Berlin-Marathon.
- Rekordbeteiligung: Die Veranstaltung verzeichnete damals eine der höchsten Teilnehmerzahlen ihrer Geschichte und bestätigte den weltweiten Marathonboom.
- Japanischer Feiertag: Takahashis Sieg löste in Japan enorme Begeisterung aus und wurde dort als historischer Triumph des Langstreckenlaufs gefeiert.
- Berlin als Rekordkurs: Der schnelle und flache Berliner Rundkurs etablierte sich spätestens Anfang der 2000er Jahre endgültig als bevorzugte Strecke für Weltklassezeiten und Rekordversuche.
