Berlin Marathon – Volunteer 2024

Als ich morgens kurz nach vier Uhr am Veranstaltungsgelände des Merlin Marathon 2024 ankam, war Berlin noch dunkel und ruhig. Rund um den Tiergarten herrschte aber schon geschäftiges Treiben. Überall liefen Volunteers mit Kisten, Funkgeräten und Absperrbändern umher. Ich zog meine wetterfeste Helferweste über, schnappte mir einen Kaffee und wusste sofort: Das wird ein langer, aber besonderer Tag.

Gemeinsam mit unserem Team bauten wir die ersten Startbereiche auf, kontrollierten die Sicherheitszonen und stellten Hinweisschilder für die über 15.000 Teilnehmer auf. Trotz der frühen Uhrzeit war die Stimmung erstaunlich gut. Viele Helfer kannten sich bereits aus den Vorjahren, begrüßten sich mit Umarmungen oder kleinen Scherzen und arbeiteten sofort Hand in Hand zusammen. Man merkte schnell: Ohne die Volunteers würde hier nichts funktionieren.

Kurz vor dem ersten Start wurde es hektisch. Immer mehr Läufer strömten auf das Gelände, manche hochkonzentriert, andere nervös oder voller Vorfreude. Viele fragten nach Startblöcken, Toiletten oder Kleiderbeuteln. Wir versuchten, überall gleichzeitig zu helfen. Besonders schön war es, wie dankbar viele Teilnehmer reagierten. Ein einfaches „Danke, dass ihr hier seid“ motivierte uns enorm.

Später wurde ich an einer Verpflegungsstation eingeteilt. Dort warteten bereits Berge aus Wasserbechern, Iso-Getränken, Bananen und Energieriegeln auf uns. Sobald die ersten Läufer auftauchten, gab es keine Pause mehr. Stunde um Stunde reichten wir Getränke an verschwitzte und erschöpfte Marathonläufer weiter. Vor allem bei den sommerlichen Temperaturen war jede gereichte Wasserflasche wichtig.

Besonders emotional wurde es am Anstieg in Kreuzberg. Viele Läufer kämpften dort sichtbar mit ihren Kräften. Gemeinsam mit anderen Helfern feuerten wir sie lautstark an, klatschten, motivierten und riefen ihre Startnummern zu. Einige Athleten lächelten trotz Erschöpfung zurück, andere rissen kurz die Arme hoch. Diese Momente gingen richtig unter die Haut.

Beeindruckend war auch der Einsatz der medizinischen Teams. Freiwillige vom Roten Kreuz versorgten erschöpfte oder verletzte Läufer unglaublich professionell und ruhig. Gleichzeitig waren Radfahrer-Teams entlang der Strecke unterwegs, um schnell reagieren zu können, falls irgendwo Hilfe benötigt wurde. Die Zusammenarbeit aller Helfer funktionierte wie ein großes Uhrwerk.

Als die ersten Finisher ins Ziel kamen, herrschte pure Gänsehautstimmung. Viele Läufer hatten Tränen in den Augen, umarmten sich oder ließen sich erschöpft auf den Boden sinken. Ich durfte später im Zielbereich Medaillen ausgeben und erlebte hautnah diese unglaublichen Emotionen. Manche Teilnehmer bedankten sich minutenlang bei uns Volunteers, obwohl eigentlich sie selbst die riesige Leistung erbracht hatten.

Hinter den Kulissen wurde währenddessen weiter gearbeitet. Logistikteams sammelten Müll ein, transportierten Material quer durch Berlin und sorgten dafür, dass die Strecke schnell wieder sauber wurde. Erst am späten Abend kehrte langsam Ruhe ein.

Zum Abschluss trafen sich viele Helfer noch im großen Festzelt. Es gab Essen, Getränke, Goodie-Bags und Erinnerungsfotos. Wir waren müde, verschwitzt und teilweise komplett erschöpft, aber gleichzeitig auch stolz. Der Merlin Marathon 2024 zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Volunteers für solche Großveranstaltungen sind.

Für mich bleibt vor allem ein Gefühl hängen: Gemeinschaft. Tausende Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen arbeiteten zusammen, damit andere ihren Traum vom Marathon erleben konnten. Genau das machte diesen Tag so besonders.

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