- Ausgabe: 31
- Jahr: 2004
- Disziplin: Marathon
- Distanz: 42,195
- Land: Deutschland
- Stadt: Berlin
- Besitzer: Wilfried Köhnke
- Event URL: https://www.bmw-berlin-marathon.com/
Der 31. Berlin-Marathon fand am 26. September 2004 unter grauem Himmel und zeitweise regnerischen Bedingungen statt. Trotz des wechselhaften Wetters entwickelte sich die Veranstaltung zu einem beeindruckenden Laufspektakel und setzte mit über 36.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehr als 120 Nationen einen neuen Melderekord ein weiteres Ausrufezeichen in der Geschichte des Hauptstadtmarathons. Damit festigte Berlin endgültig seinen Ruf als größter deutscher City-Marathon und eine der schnellsten Marathonstrecken der Welt.
Die klassische 42,195-Kilometer-Strecke führte durch zahlreiche Berliner Stadtteile und Sehenswürdigkeiten. Der Startbereich befand sich traditionell nahe des Reichstags. Von dort aus verlief die Strecke unter anderem über den Kurfürstendamm und durch weitere markante Abschnitte der Stadt, ehe sie zum emotionalen Höhepunkt führte: dem Brandenburger Tor, das für viele Läuferinnen und Läufer den symbolischen Moment des Rennens darstellte. Das Ziel lag wie gewohnt auf der Straße des 17. Juni, wo Hunderttausende Zuschauer trotz Regens für eine außergewöhnliche Stimmung sorgten.
Entlang der Strecke entstand eine besondere Atmosphäre. Zuschauer feuerten die Athletinnen und Athleten mit Fahnen, Regenschirmen und lautstarken Zurufen an. Die kühlen Temperaturen und die nasse Fahrbahn galten trotz des ungemütlichen Wetters als nahezu ideale Bedingungen für schnelle Marathonzeiten. Viele Berliner Anwohner sorgten zusätzlich für Stimmung und Unterstützung mit heißem Tee, Snacks und motivierenden Worten.
Sportlich stand die Veranstaltung erneut ganz im Zeichen internationaler Spitzenleistungen. Vor allem die kenianischen Männerläufer dominierten das Rennen, während bei den Frauen japanische Athletinnen für Furore sorgten. Die häufig erzählte Geschichte über ein gemeinsames Energiegel von Felix Limo und Joseph Riri bei Kilometer 35 gehört zwar zu den beliebten Marathonanekdoten, ist jedoch nicht gesichert und bleibt daher außerhalb der offiziellen Rennchronik.
Bei den Männern setzte sich Felix Limo aus Kenia in einem hochklassigen Rennen durch und gewann in 2:06:44 Stunden. Dahinter entwickelte sich ein enges Finish mit seinem Landsmann Joseph Muriithi Riri, der nach 2:06:49 Stunden das Ziel erreichte und lediglich fünf Sekunden Rückstand hatte. Platz drei belegte ebenfalls ein Kenianer: Joshua Chelanga mit 2:07:05 Stunden. Damit gingen die ersten drei Plätze vollständig an kenianische Athleten.
Auch das Frauenrennen schrieb Geschichte. Yoko Shibui aus Japan triumphierte in herausragenden 2:19:41 Stunden und stellte damit einen neuen Streckenrekord sowie eine Jahresweltbestzeit auf. Sie wurde zudem erst zur fünften Frau weltweit, die die Marke von 2:20 Stunden unterbot. Rang zwei belegte ihre Landsfrau Hiromi Ominami in 2:23:26 Stunden, während die deutsche Topläuferin Sonja Oberem mit 2:26:53 Stunden einen starken dritten Platz erreichte und sich damit eindrucksvoll präsentierte.
Gesicherte Spitzenergebnisse Marathon 42,195 km
Männer
1. Felix Limo (Kenia) – 2:06:44 Std.
2. Joseph Muriithi Riri (Kenia) – 2:06:49 Std.
3. Joshua Chelanga (Kenia) – 2:07:05 Std.
Frauen
1. Yoko Shibui (Japan) – 2:19:41 Std.
2. Hiromi Ominami (Japan) – 2:23:26 Std.
3. Sonja Oberem (Deutschland) – 2:26:53 Std.
Im Zielbereich herrschte anschließend Volksfeststimmung. Hinter dem Brandenburger Tor feierten erschöpfte und glückliche Finisher ihre Leistungen mit Musik, warmen Getränken und emotionalen Umarmungen. Gerade das Zusammenspiel aus internationaler Spitzenklasse, enthusiastischem Publikum und der einzigartigen Berliner Kulisse machte den Marathon 2004 zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Zusätzliche interessante Fakten zum Berlin-Marathon 2004:
- 31. Austragung: Der Lauf war die 31. Ausgabe des Berlin-Marathons.
• Titelpartner: Die Veranstaltung lief offiziell als real,- Berlin-Marathon 2004.
• Weltklasse der Frauen: Yoko Shibuis Siegzeit bedeutete damals die viertschnellste Frauen-Marathonzeit der Geschichte.
• Deutsche Bestleistung des Jahres: Sonja Oberem erzielte mit Rang drei die deutsche Jahresbestzeit und verabschiedete sich später aus dem Spitzenmarathon.
• Fortsetzung einer Serie: Mit Felix Limo gewann bereits zum sechsten Mal in Folge ein kenianischer Läufer den Berlin-Marathon.
