Mauerweglauf 2019

  • Ausgabe: 8
  • Jahr: 2019
  • Disziplin: Staffellauf
  • Distanz: 161
  • Land: Deutschland
  • Stadt: Berlin
  • Besitzer: Thomas Klemmer
  • Event URL: https://www.100meilen.de/

Der Mauerweglauf 2019 führte die Teilnehmenden auf der traditionsreichen Distanz von gut 161 Kilometern einmal rund um das ehemalige West-Berlin. Die Strecke entlang des früheren Grenzstreifens verband sportliche Höchstleistung mit einem stillen Gedenken an die Opfer der Berliner Mauer. Start und Ziel befanden sich im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, wo die Läuferinnen und Läufer am 17. und 18. August bei sommerlichen Temperaturen auf die anspruchsvolle Runde geschickt wurden.

Schon früh setzte sich der Berliner Lokalmatador Sascha Dehling an die Spitze des Feldes. In beeindruckenden 14:37:44 Stunden sicherte er sich den Gesamtsieg über die 100 Meilen und erreichte sichtlich erschöpft, aber überwältigt von der Atmosphäre das Ziel im Stadion. Bei den Frauen sorgte die Italienerin Eleonora Rachele Corradini für ein echtes Ausrufezeichen: Sie gewann nicht nur die Frauenwertung in 15:22:49 Stunden, sondern wurde auch Gesamtdritte. Dabei verbesserte sie ganz nebenbei den Streckenrekord der Frauen um mehr als sechs Minuten. Hinter Dehling belegten Frank Ewen (15:20 Stunden) und Sven Herder (15:45 Stunden) die weiteren Podestplätze. Bei den Frauen folgten Dany Möhle (18:27 Stunden) und Nadia Comiotto mit deutlichem Abstand.

Auch die Staffelwettbewerbe boten starke Leistungen. Die 2er-Staffel „Fast Forward“ stellte in 11:03:08 Stunden einen neuen Streckenrekord auf, während das „Team Axel“ knapp unter der 13-Stunden-Marke blieb. In der 4er-Staffel setzte sich das Team „No (b)orders“ in 13:38 Stunden durch, dicht gefolgt von CRKKK Japan (14:10 Stunden) und den 4 Vegan Runners (14:13 Stunden). Für einen unterhaltsamen Moment sorgte eine kleine Anekdote am Streckenrand: Ein Staffelläufer verpasste beinahe seinen Wechsel, weil er sich in ein Gespräch über alte Grenzgeschichten vertieft hatte – erst das hektische Winken seines Teamkollegen holte ihn zurück ins Rennen, sehr zur Freude der Zuschauer.

Trotz aller sportlichen Erfolge blieb der besondere Charakter des Laufs jederzeit spürbar. Entlang der Strecke erinnerten Gedenktafeln und historische Orte an die Zeit der deutschen Teilung, während zahlreiche Freiwillige und Anwohner die Teilnehmenden unterstützten. Der Mauerweglauf steht damit nicht nur für sportliche Ausdauer, sondern auch für Erinnerungskultur und gelebten Teamgeist.

Zusätzliche Einblicke unterstreichen die Besonderheit des Events: Der Lauf wird traditionell unter dem Motto „100 Meilen wider das Vergessen“ ausgetragen und folgt möglichst exakt dem Verlauf des ehemaligen Berliner Mauerwegs. Viele Teilnehmende starten bewusst ohne Zeitdruck und sehen die Herausforderung eher als persönliches Projekt. Zudem sind Nachtpassagen fester Bestandteil des Rennens – Stirnlampen, ruhige Abschnitte und die besondere Stimmung in der Dunkelheit machen den Lauf zu einem einzigartigen Erlebnis weit über den reinen Wettkampf hinaus.

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